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wer-weiss-was: Der perfekte Druck

2. Juli 2006  Dieser Artikel wurde zum: 9.10.08 aktuallisiert    

Thema: Drucken von Bildern am eigenen Drucker über das Bildbearbeitungsprogramm
Gültig: Phtoshop 7.x bis CS x, Windows und MAC OS X

Eine Frage, die ich immer wieder gestellt bekomme, die äußerst interessant ist:

… Ich habe wie empfohlen bei Photoshop die Druckeigenschaften so eingestellt, dass Photoshop die Verarbeitung des Druckjobs übernimmt und nicht das Betriebssystem, oder der Drucker. Dennoch sehen meine Bilder teilweise sehr komisch aus.

Ich habe zum Beispiel große Probleme wenn ich bei starker Sonneneinstrahlung Bilder aufnehme. Gerade Aufnahmen, bei denen z.B. Menschen im Sonnenlicht stehen und dadurch ein starker übergang von Licht zum Schatten zu sehen ist. Solche Bilder sind beim Druck sehr schlecht. Das Ergebnis sieht aus, als ob die Farben eine Art Treppenübergang haben. Kann man das nicht besser einstellen?

Die Antwort besteht aus 3 Teilen.

Teil 1 – Der Drucker ist nicht in der Lage ein Foto zu drucken, außer …

Jedes Gerät hat einen Farbraum. Dies ist einfach ausgedrückt die Summe der darstellbaren Farben. So kann eine Digitalkamera mehr und andere Farben darstellen, als ein Drucker.

farbraum_01.jpg
Die Digitalkamera (Bild oben) kann eine Menge an Farben darstellen. Diese Menge der Farben wird auch als Farbraum bezeichnet. Ein Drucker kann aufgrund der technischen Möglichkeiten jedoch weniger Farben darstellen, als ein Monitor oder die Digitalkamera.
D.h. wenn wir uns mit dem Auge ein Objekt anschauen, dann sieht das anders (besser) aus, als das fertige Bild mit der Digitalkamera. Aus dem Urlaub zurück, schauen wir die Bilder auf dem Monitor an und alles passt. Das liegt daran, dass die sichtbaren (!) Unterschiede nicht wahrnehmbar sind. Wenn nun das Bild über den Drucker auf das teure Fotopapier gedruckt wird, ist die Enttäuschung groß. Das liegt daran, dass der Drucker einen kleinen Farbraum hat und die die Anzahl der Farben nicht ducken kann.

Was ist bei der unteren Animation zu sehen:

Im ersten Schritt ist der Farbraum des Druckers zu sehen. Ich habe 4 wesentliche Eckpunkte mit kleinen roten Dreiecken markiert. Der Bereich innerhalb der roten Umrandung zeigt die Menge der darstellbaren Farben des Druckers. Nun erfolgt eine überblendung in den Farbraum eines Monitors (Standard Röhre). Es ist sehr klar zu sehen, wie gerade die Farben Grün, Blau und Rot im Farbraum des Druckers reduziert, bzw. nicht darstellbar sind. Anders aus gedrückt, der Monitor kann mehr Farben darstellen, als der Drucker.

Aber wie kann nun der Drucker ein Bild drucken, dass im Original mehr Farben hat? – Hierfür gibt es eine Lösung!

Teil 2: Anpassen der Farbräume und schon geht alles …

Grundsätzlich kann man die darstellbaren Farben – also den Farbraum – eines Druckers nicht erhöhen. Es gibt diverse technische Möglichkeiten, um den druckbaren (und somit darstellbaren) Farbraum etwas zu verbessern, oder an das Druckpapier anzupassen, aber wir reden hier über “Kleinigkeiten”. Jedoch können die Unterschiede für das Auge angenehmer gestaltet werden.

Hier zu gibt es grundsätzlich Farbprofile. Farbprofile haben meistens die Endung “icc” und beschreiben kurz gesagt die tatsächliche Darstellung der Farben.

farbmanagement.gif

In dem Bild oben (Quelle: Adobe) ist z.B. links eine Digitalkamera zu sehen. Die Digitalkamera hat einen Farbraum “X”. Wenn nun die Bilder auf den Computer geladen werden, und das ICC-Profil dazu mitgeliefert wird, dann “weiß” der Computer, von welchem Gerät das Bild stammt und welchen Farbraum (in diesem Fall “X”) das Gerät darstellen kann. Entsprechend passt der Computer die Farben dem Farbprofil entsprechend an und stellt diese in aller Regel richtig an.

Wenn man nun das Bild auf seinem Fotopapier ausdrucken möchte, gibt man wieder ein Farbprofil “Y” für den entsprechenden Drucker und das entsprechende Papier mit, damit die Farben des Bildes entsprechend angepasst (genauer umgerechnet) auch perfekt auf das Papier gedruckt werden.

Die Umrechnung wird auch in der Fachsprache als “Rendering Intent” bezeichnet.

Die Art der Umrechung sorgt für ein mehr oder weniger gutes gedrucktes Bild. D.h. selbst wenn bei so teuren Programmen wie Photoshop die falsche Umrechung eingestellt wird, kommt ein miserabler Ausdruck heraus.

Für die Umrechnung der Farben zu einem bestimmten Zielfarbraum gibt es im wesentlichen 4 unterschiedliche Umrechnungsmöglichkeiten.

rechenengine.jpg

Die Umrechnungen sind “Perceptiv / Perzeptiv oder Wahrnehmung”, “Sättigung”, “Relativ farbmetrisch” oder “Absolut farbmetrisch”.

Wie unterscheiden sich diese verschiedenen Umrechnungen?

Perceptiv, Perzeptiv oder Wahrnehmung:

Bei dieser Umrechnung wird der original Farbraum so weit komprimiert, dass er in den Zielfarbraum passt. Dies führt jedoch dazu, dass u.U. auch Farben “verschoben” werden, die eigentlich im Zielfarbraum vorhanden und darstellbar sind. Dies wird in der Regel jedoch akzeptiert, da die Farbunterschiede außerhalb des Farbraumes erhalten bleiben und die in Summe verschobenen Farben ein sauberes Bild abgeben. Selbst wenn sich dies an dieser Stelle nicht so liest.

Sättigung

Diese Rendering Intent ist vorwiegend für Businessgrafiken (z.B. Powerpoint) gedacht, die möglichst “leuchtend” dargestellt werden sollen. Bei diesem Rendering Intent wird weniger auf die Farbtreue als auf die Sättigung (die “Leuchtkraft”) Wert gelegt. Er wird in der Farbmanagementpraxis sehr selten angewandt und ist beim Anwender der maximalen Einfluß auf das Farbmanagement haben möchte eher unbeliebt, da beim Farbmanagement ja normalerweise mehr auf kontrollierbare als auf leuchtende, satte Farben Wert gelegt wird.

Absolut Farbmetrisch und Relativ Farbmetrisch

Die farbmetrischen Farbvarianten übernehmen die Farben 1:1. Liegen Farben außerhalb des Zielfarbraumes, so werden diese – und nur diese – an den Zielfarbraum angepasst. Die Anpassung erfolgt dabei nach dem Prinzip, dass die Farbe außerhalb einfach so angepasst wird, dass sie innerhalb des Zielfarbraumes der Originalfarbe am ähnlichsten ist. Liegen nun viele Farben außerhalb, so kann es passieren, dass es enorme Zeichnungsverluste gibt.Bei der absoluten Farbmetrischen Umrechung wird noch die Farbe des Papiers mit eingerechnet.

Schön und nun ?

Für Fotos nimmt man besten Perzeptiv / Perceptiv / Wahrnehmung. Für Powerpoint ist die Sättigung am besten, da die Farben so richtig “knallen”. Absolut und relativ Farbmetrisch lassen wir am besten.

Teil 3: Wie sieht nun der Workflow für den Druck aus …

Am Beispiel von Photoshop möchte ich aufzeigen, wie die Fotos zum Drucker kommen.

Wenn das Bild bearbeitet wurde, geht man auf Drucken und es erscheint das “Druckfenster”.

drucken_01.jpg

Wichtig ist der Bereich des Farbmanagements. Im Dokument habe ich den Farbraum Adobe RGB 1998 eingestellt – Hinweis ich bearbeite alle Bilder im Adobe RGB 1998 Farbraum, oder im sRGB Farbraum.

Bei der Farbhandhabung stellen wir ein, dass Photoshop das Farbmanagement übernimmt. Dann wählen wir noch das Druckprofil (ICC-Profil) aus. Hier gibt es für die meisten Papiere extra Farbprodile je Drucker. Bei der Renderpriorität stellen wir “Perceptiv/Perzeptiv/Wahrnehmnung” ein.

drucken_02.jpg

Beim Druckertreiber darauf achten, dass das Colormanagement ausgeschaltet ist.

drucken_03.jpg

Dann noch beim Druckertreiber das entsprechende Papier auswählen und die Qualität des Druckes.
drucken_04.jpg

So, nun haben wir den bestmöglichen Druck und die Bilder sehen gut aus.

Viel Spaß.


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Kategorien
Bildbearbeitung, Foto, Video, wer-weiss-was
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3 Responses to “wer-weiss-was: Der perfekte Druck”

  1. Wolfgang sagt:
    29. Juli 2007 um 11:59

    Tausend Dank! Sehr hilfreich! Klasse erklärt!
    Gruß
    Wolfgang

    Antworten
  2. adipex p sagt:
    6. Mai 2007 um 11:42

    adipex p…

    news…

    Antworten
  3. Michael sagt:
    2. Juli 2006 um 16:03

    Hallo Familie Kaden, Danke für die Mühen und die tolle Beschreibung. “Wer Weiß Was” ist doch eine gute Lösung. Und bei Euch habe ich dann auch noch eine sehr gute Antwort bekommen, die meine Frage umfassend beantwortet hat. Nochmals herzlichen Dank. Gruß Michael

    Antworten

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